Interview zum OBG2011 Release mit Dr. Stefan Zimmermann

Liebe Leser,

zur Veröffentlichung der neuen OBG Version, habe ich unseren CTO Dr. Stefan Zimmermann gebeten uns zu erzählen, wieso er OBG2011 für Entwickler empfiehlt und welche Anwendungen er gern einmal in Office integrieren würde. Viel Spaß beim Lesen!

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Was ist für dich aus Entwicklersicht das Besondere an OBG?

Office Business Gateway bietet die Möglichkeit Lösungen in Office und andere Clients zu integrieren, ohne sich jedesmal um die spezifischen Integrationstechnologien in diese Welten kümmern zu müssen.  Bei dieser applikations- und versionsunabhängigen Erstellung kann der Entwickler sein User-Interface für die Microsoft® Office Integration einmalig bauen und dieses läuft dann in den verschiedenen Applikationen der Office Suite und zwar gleichermaßen in Office 2007 wie in Office 2010 – und mit OBG 2011 sogar noch in weiteren Endanwender-Applikationen.

Dabei kann man mit OBG Lösungen bauen, die zwar voneinander unabhängig sind, aber über das Konzept der „Kontextnavigation“ doch sehr gut zusammen arbeiten können, um die Arbeitsschritte des Endanwenders so zu unterstützen, wie dieser es sich wünscht.

Man erhält so wesentlich anwenderfreundlichere Anwendungen und damit mehr und schnellere Akzeptanz.

Weiter kann die Benutzbarkeit und Anwenderfreundlichkeit noch durch die Verwendung von semantischen Elementen, den sogenannten „Recognizern“ gesteigert werden. Diese erkennen mögliche Kontexte, die in den Information mit denen der Anwender arbeitet „versteckt“ sind. Basierend auf diesen Kontexten können Aktionsmöglichkeiten definiert werden, die dem Benutzer in einem spezifischen Kontext angeboten werden.

Beispiel: Ein Vertriebsmitarbeiter bekommt eine Mail eines Kunden, der sich über den Status seiner Bestellungen informieren möchte. Mithilfe eines Recognizers können Sie den Kontext „Mail von Kunde X“ damit verbinden dem Anwender die Möglichkeit zu geben direkt die Informationen „Bestellungen von Kunden X“ anzuschauen. Noch mehr – er erkennt vielleicht, dass die Bestellung stockt, da Zahlungsinformationen nicht vorhanden sind. Der Vertriebsmitaarbeiter kann dann direkt aus der OBG Lösung heraus die fehlenden Daten eingeben und die Bestellung der weiteren Bearbeitung zuführen. Das erhöht die Durchgängigkeit der  Anwendungen und birgt enormes Potential zur Produktivitätssteigerung in solchen Szenarien.

Dabei sind diese Lösungen nicht schwierig zu entwickeln, sondern können über eine metadatengetriebene Architektur – die durch die Werkzeuge in OBG 2011 wie dem Metadateneditor und den Klassentemplates unterstützt werden – schnell und unkompliziert sehr flexibel  erstellt werden.

Die entstandenen Lösungen müssen jetzt nicht notwendig alle direkt auf den Client „hart“ installiert (was  in den meisten Unternehmen ein oft aufwändiges Unterfangen darstellt), sondern können ähnlich wie Web oder Portallösungen auf einem zentralen Server zur Verfügung gestellt werden, von denen sich OBG dann „On Demand“ die benötigten Bestandteile der Lösung holt und lokal vorhält (cached). Dieser Cache ist selbstverständlich konfigurierbar. Diese flexible „On Demand“ Bereitstellung von Lösungen verbindet die Vorteile des Managements und der Pflege von Webapplikationen mit der Reichhaltigkeit von Clientseitigen Anwendungen. 

Was ist neu an OBG 2011 im Gegensatz zu OBG2010?

Mit OBG2011 wollen wir die Entwickler noch umfangreicher unterstützen. Die enthaltenen Dev Tools bieten viele nützliche Tools, z. B. der direkt in Visual Studio® integrierte Metadaten-Editor und Templates für die OBG Klassen.

Auf der technischen Seite ist es außerdem die vollständige Unterstützung des .NET 4.0 Frameworks und wir haben Änderungen an den APIs vorgenommen, so kann man jetzt die Kontexthistorie einsehen und aus Lösung heraus ansprechen. Die weitreichendste Neuerung ist die erste Integration außerhalb von Microsoft® Office, die Integration in den Internet Explorer® 8 & 9.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für Partner und Entwickler?

Bei der Entwicklung mit OBG – sei es im Projekt, in der Projektakquise-Phase (Presales) oder für die Produktentwicklung – ergeben sich aus unserer Sicht folgende Vorteile:

  • kürzere Entwicklungszeiten
  • geringere Entwicklungs- und Wartungskosten
  • schnelleres Prototyping und damit
    • erfolgreichere Projektaquise => mehr Verkäufe
    • oder kürzere Produktzyklen => schneller zum Produkt
  • Flexibilität durch leichte Erweiterbar- und Änderbarkeit, vor allem durch das serverbasierte Deployment sowie die metadatenbasierte Formulierung der Lösung
  • Möglichkeit sich auf den eigenen USP zu konzentrieren

Ist es für jeden Nutzer sinnvoll sofort von OBG2010 auf OBG2011 zu wechseln?

Wenn Sie Ihre Lösung mit OBG 2010 entwickelt haben und keine weiteren Anpassungen, wie z. B. Clientanpassungen, Erhöhung der Nutzerzahl etc. planen, reicht OBG2010. Wenn Sie das aber planen, ergeben sich durch die Neuerungen an der Software und dem Lizenzmodell viele Vorteile im Sales und in der Entwicklung.

Wie würde ein Wechsel ablaufen?

Grundsätzlich haben Lösungen die auf OBG2010 keine Probleme auch mit OBG2011 zu laufen. Sollte es dennoch einmal nicht klappen, haben unsere Kunden und Partner in den Abonnments den E-Mail Support  enthalten, den Sie dann in Anspruch nehmen können.

Wenn du persönlich dir eine Anwendung aussuchen könntest, die du gern in Office oder IE integrieren würdest. Welche wäre das?

Es gibt zwei Problemfelder, die in gewisser Weise verknüpft sind und die ich gerne in meine gewohnte Arbeitsumgebung integriert hätte.

Zum einen das allgemeine Thema „Recherchieren, Sammeln, Aufbereiten und Teilen von Informationen“ . Obwohl Office es einem einfach macht die Informationen aufzubereiten muss man oft aus den verschiedenen Endanwenderapplikationen diese Informationen erst zusammentragen. Zum Beispiel Informationen aus dem Web, die im IE dargestellt werden, aus diesem kopieren und in ein Dokument einfügen.

Das Sammeln und Organisieren von solchen Informationen und die darauf aufbauende Bearbeitung sowie die Zusammenarbeit bei der Bearbeitung dieser Informationen wäre ein wirklicher Gewinn aus meiner Sicht.

Für meine persönliche Organisation habe ich mir das „Getting Things  Done“ Paradigma von David Allen zum Vorbild genommen.  Dazu gibt es einige z.B. outlookbasierte Werkzeuge, aber diese „Knebeln“ einen wieder an ein ganz bestimmtes Endanwenderprogramm. Hier würde ich mir z. B. durch die Integration in andere Office Applikationen oder Internet Explorer® eine breitere Unterstützung meiner persönlichen Arbeit wünschen.

Vielen Dank!